Long tail of work, Plattformneutralität, Open Societal Innovation – summit of newthinking, day 2

Der zweite Tag im Open Business Track des summit of newthinking startete mit einer kleinen Enttäuschung – Jan Wildeboer von Redhat steckte in Südafrika fest, so dass der “The Road to Open”-Talk leider ausfallen musste.

Sebastian Schmidt, "Long tail of work"Dafür ging es danach richtig gut weiter mit Sebastian Schmidts Vortrag aus der Internet und Gesellschaft Co:llaboratory-Arbeitsgruppe zur Neuen Arbeit. In seiner Präsentation wurden die Irrungen und Wirrungen zweier Personas aus der hippen Welt der selbständigen Wissensarbeiter vorgestellt.

Thomas Schindler stellte seine Idee vor, wie man die Welt mit Währungen retten kann. Leider hab ich seinen Punkt nicht komplett verstanden, so dass ich nicht wiedergeben kann, wie es genau geht.

Mark Gayler (Microsoft) on "Open Data, Open Innovation and the Cloud"Microsoft präsentierte im Open Business Track zu “Open Data, Open Innovation and The Cloud” – recht mutig von Microsoft, sich in die Höhle des Löwen zu wagen. Mark Gayler erklärte jedenfalls vorher, dass er am liebsten vor einem kritischen Auditorium vorträgt. Wir denken, das ist gelungen, und für das Spektrum des Tracks war Marks Vortrag definitiv eine willkommene Bereicherung. Naturgemäss wurden mögliche Nutzungsszenarien von Open Data im Kontext von Microsoft-Lösungen vorgestellt, aber die Anforderungen an offene Datenquellen für die Umsetzung von Lösungen sind sich sehr ähnlich. Es gab aber auch Verweise auf freie Software von Microsoft für Cloudlösungen, die auf Github gehostet wird – geht doch :-)

Ulf Brandes sprach über die Gemeinwohlökonomie, einem Open-Source-Modell für Corporate Social Responsibility. Er betreibt einen regionalen Erfahrungsaustausch von Unternehmen, die für sich einen ethischen Ausgleich zwischen Unternehmens-, individuellen und gesellschaftlichen Interesse zu finden suchen.

Magdalena Reiter sprang für den erkrankten Adam Thomas ein und sprach zu Open Design – ihr Überraschungsvortrag war ein echtes Highlight. Sie ist Designerin, und musste sich irgendwann durch die Sinnkrise darüber wursteln, ob die Welt die neuen Produkte wie Sojasossenspender, die sie designed, wirklich braucht. Nach einer kurzen Flucht in das Designen von flüchtigen Dingen wie Events oder Kunstprojekte untersuchte sie in Berlin, wie Designer, Theoretiker und Unternehmer sich eine offene Wirtschaft vorstellen, die nützliche Güter produziert. Sie beschrieb, wie insbesondere in der Kunstwelt eine Bewusstseinsänderung zu mehr Zusammenarbeit und weniger Abgrenzung passieren muss.

Ulrike Höppner und Michael Seemann veranstalteten einen Workshop mit Vortrag und Diskussion zur Frage der Plattformneutralität. Es ging darum, wann Plattformen zum Teil des öffentlichen Raums und damit unverzichtbar werden, und weshalb daraus die Forderung der Nutzer nach der Transferierbarkeit der Daten und neutralem Zugriff von Wettbewerbern entsteht.

Jörg Braun und Johann Herzberg hielten das abschliessende Panel über Open Societal Information. Johann hat über das Thema promoviert, und stellt insbesondere die Frage, wie Innovation im Bezug auf die Gesellschaft aussehen kann. Die Gesellschaft muss nicht unbedingt mehr kommunizieren (Wir müssen jetzt twittern/ins Internet/…), sie muss insbesondere lernfähig sein. “Ohne gesellschaftlichen Druck passiert in der Politik gar nichts.” Parteien kann man zwar nicht kaufen, aber wählen (*Gehuste im Publikum*). Diese Session hatte die lebhafteste Diskussion von allen und wollte nicht enden.

Das wars dann mit dem summit of newthinking 2012. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung. Das Vortragsprogramm insgesamt (nicht nur im Open Business Track) war erste Sahne, mit einem breiten Spektrum an Beiträgen und einem bunt gemischten Publikum. Das Ziel, ein Forum zu schaffen, auf dem Aspekte von Open Strategies quer durch die Gesellschaft kreativ und inklusiv diskutiert werden, wurde definitiv erreicht. Wer diesmal nicht dabei war, sollte sich ärgern und schon mal das Ticket fürs nächste Jahr kaufen. Ich freue mich auf #son13.


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